Montag, 15. Juni 2015

Komplettes Leben ohne Plastik - Zukunftsvision oder ,,Ökospinnerei"?



Hefe, Backpulver, Flaschenverschlüsse, Kleidung, Schuhe, Elektrogeräte, Medizinartikel, Sportgeräte, Handwerkssachen wie z.B. Lacke und etliche Baumaterialien, Produktionsanlagen,  Fortbewegungsmittel, Klebstoffe... Die Liste meiner Produkte zu Hause, die noch alles aus Plastik bestehen oder darin noch verpackt sind, ist sehr lang. Die Öl- und Kunststofflobbies haben sicher daran Freude und deren Kasse klingelt. 

Es gibt ganz verschiedene Gründe auf Plastik ganz verzichten zu wollen. Die Hauptargumente sind die menschliche Gesundheit und der Umweltschutz. Plastik steht im Verdacht hormonell auf den menschlichen Körper zu wirken. Diese Plastikpartikel sind aber nicht nur im menschlichen Körper schädlich, sie schädigen auch andere biologische Kreisläufe und greifen in den Lebensraum verschiedenster Organismen ein. Nicht zuletzt wissen wir auch gar nicht, wie lange das Erdöl noch ausreicht, um weiterhin zu viel so viel zu konsumieren. Dies belegen auch aktuelle Studien und Forschungsergebnisse von der ETH Zürich: 
Zweifelsohne hat Plastik viele Vorteile, aber wir sollten auch an die Konsequenzen denken. Das fängt bei jedem/jeder einzelnen an! Das bedeutet nämlich die Macht des Verbrauchers/der Verbraucherin und natürlich die rechtlichen Druckmittel der Politik auf die Lobbies. 
Meine Vision ist eine nachhaltigere Welt, wo wir wieder mehr in und mit unserer Umwelt leben und Produkte haben, deren Produktion und Konsum dem auch gerecht wird. Dazu gehört für mich, dass wir unseren Müll reduzieren. Bin ich damit jetzt eine "Ökospinnerin" oder zeige ich nicht viel eher mit einigen anderen, die es auch schon begonnen haben, einen Weg für die Zukunft auf?

Geht es ganz ohne Plastik?

Privat gehe ich wie folgt vor:
1. Ich schaue nach, was ich noch zu Hause habe und ob ich es für den jeweiligen Zweck benutzen kann.
2. Ich leihe es mir aus in meinem näheren Umfeld oder stelle es selber her.
3. Ich versuche es in der Brockensammlung, über Internetanzeigen oder durch Freunde secondhand ohne Plastik oder eben, wenn nicht möglich, im Notfall doch das Plastikprodukt secondhand zu kaufen.
4. Entweder ich verzichte auf das Produkt oder ich kaufe es doch, wenn ich es unbedingt brauche.

Das Problem liegt aber auch bei Profiteuren heutiger Müllzustände und den Produzenten, dass wir noch zu viel Müll produzieren und dann diesen verbrennen statt ihn zu rezyklieren. Ich schlage deshalb den daran geldverdienenden Lobbies vor:
1. Alte Geräte zu reparieren und aufzubessern,
2. Secondhandmarkt zu stärken und zu nutzen,
3. langlebige Produkte zuerst aus kompostierbaren Materialien herzustellen,
4. Rohstoffe zu recyceln um sie für die Herstellung neuer Plastikprodukte zu verwenden und auf den Markt zu bringen.
Momentan befinden wir uns noch in einer rechten Anfangsstufe und ich denke, es wäre einfach im Bereich Müllverwertung noch viel mehr möglich. "Cradle to cradle" sei da als ein Beispiel genannt: https://www.youtube.com/watch?v=4YLNbhglD5M



Der Weg fängt an: Plastikmüllfrei wenigstens zu Hause! 

Wenn ich konsumiere, könnte ich nun auf Plastik verzichten ODER es nur wenig benutzen und meiden ODER es ganz und gar ohne Einschränkungen benutzen. Ganz auf Plastik zu verzichten ist sicherlich noch nicht komplett möglich. Jede Person produziert Müll und sei es noch so wenig.  Zerowaste ist in der plastikfreien Bewegung die Vision, aber niemand, der darüber publiziert, lebt komplett plastikfrei. Plastikfrei bezieht sich meistens darauf den privaten und/oder eigenen Haushaltsrestmüll zu reduzieren und bisweilen weniger auf die verschiedenen Arbeitsfelder und anderen Lebensbereiche. Zerowaste ist die Zukunftsvision der plastikmüllfreien und nachhaltigeren Bewegung und damit ein Ziel, das noch nicht erreicht ist und uns kreativ und erfinderisch werden lässt.
Müll wird in jedem Land der Erde unterschiedlich bewertet und so auch recycelt. Diesbezüglich ist es ganz wichtig endlich eine Grundsatzdebatte über den Umgang mit Müll in den jeweils verschiedenen Ländern anzustossen, insbesondere über Plastikmüll und dessen Vermeidung.

Plastikfrei zu leben mag vollkommen abgehoben erscheinen, wenn ich mir z.B vorstelle, alles an Plastik verschwindet aus meiner Wohnung. Auch wenn bisweilen noch nicht alles möglich ist, so fängt es heute schon an durch mich, dass ich meine Umwelt so gestalte, dass ich nachhaltig in ihr lebe und dies auch für andere Generationen ermögliche. Schritt für Schritt. Wie bei vielem im Leben ist es so, irgendwer muss und darf ja kreativ anfangen :). Warum nicht wir und heute hier?

Herzlich,
eure Ökonista

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